COVID-19 – die aktuelle Situation in Mosambik

Am 22. März wurde die erste Person in Mosambik positiv auf den Virus COVID-19 getestet. Die Regierung beschloss bereits wenige Tage zuvor (20. März) verschiedene Maßnahmen, die v.a. der Prävention dienen sollen. Dazu zählen die häusliche Isolierung der Erkrankten und der Kontaktpersonen, die Schließung der Schulen und Universitäten für 30 Tage (23.3. bis 23.4.) und das Verbot von Veranstaltungen mit mehr als 50 Personen. Zudem werden derzeit keine neuen Visa für die Einreise nach Mosambik ausgestellt und die bereits ausgestellten storniert.

Aufgrund der schlechten Ausstattung im Gesundheitsbereich steht Mosambik vor einer extremen Herausforderung. So stehen insgesamt nur 2500 Tests zu Verfügung und es gibt lediglich 34 Beatmungsgeräte (Lusa/@Verdade, 23.3.). Zudem haben viele Mosambikaner*innen nicht genug Seife und Wasser, um notwendige Hygienemaßnahmen einzuhalten. Eine weitere große Infektionsgefahr bildet das öffentliche Transportsystem mit den überfüllten Chapas.

Mosambik hat die Geberländer um einen Budgetzuschuss für die Hilfe gegen das Virus in Höhe von 700 Millionen US-Dollar angefragt. Angeblich hat China zugesagt, Tests nach Mosambik zu schicken. (In Italien wurden die Tests aus China allerdings als nicht brauchbar eingestuft).

Aktuelle Zahlen aus Mosambik stellt das Instituto Nacional de Saúde (INS) online bereit:

https://covid19.ins.gov.mz/ – Stand 6.4.: 10 bestätigte Fälle

Zur Erinnerung: Es war einst die Politik der Strukturanpassungsmaßnahmen von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank, die viele Länder des Globalen Südens zum Abbau ihrer öffentlichen Gesundheitssysteme gezwungen hat. Am 25.3.2020 gaben Weltbank und IWF das „Joint Statement Call to Action on Debt of IDA Coutries“ heraus. Damit fordern sie – im Anbetracht des COVID-19 Ausbruchs – alle bilateralen Geberländer auf, sämtliche Schuldendienstzahlungen auszusetzen, damit die Staaten diese Mittel sofort zur Verfügung haben und für entsprechende Maßnahmen im Hygiene- und Gesundheitsbereich einsetzen können. Dies soll Zeit geben, um die finanzielle Situation der Länder zu klären und über neue Bedarfe zu sprechen.

Bei ihrem virtuell durchgeführten Gipfeltreffen forderten die afrikanischen Finanzminister einen Erlass ihrer für 2020 ausstehenden Zinszahlungen (Quelle: Erlassjahr.de.)

Die Ausbreitung von COVID-19 und die damit verbundenen akuten Gefährdungen der Menschen in Mosambik, die wir befürchten, führt uns deutlich vor Augen, wie fragil Gesundheitssysteme sind, und dass die Politik der letzten Jahrzehnte, eben diese durch Kürzungen zu schwächen, der falsche Weg war. Gesundheit ist keine Ware, weder in Deutschland, noch im Globalen Süden. Wir brauchen ein umfassendes, zinsfreies Schuldenmoratorium und nach Bewältigung der akuten Krise eine Restrukturierung der Schulden der auch von COVID-19 betroffenen Staaten des Globalen Südens. Daran müssen sich sowohl die Industriestaaten als auch IWF und Weltbank beteiligen. Zudem fordern wir, dass sich Angela Merkel und die Bundesregierung für ein Ende der Privatisierungspolitik von Weltbank, IWF und G20 einsetzt. 

Mehr Infos zur Schuldensituation unter: www.erlassjahr.de

https://erlassjahr.de/laenderinfos/mosambik/