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Aktuelles zu Unwetterkatastrophen in Mosambik | Update 30.04.2019 (Zyklon Kenneth – Cabo Delgado)

Update 30. April 2019
(Zusammenfassung von Joe Hanlon Update MOZAMBIQUE 456, News reports & clippings
, 29 April 2019):
Weitere schwere Regenfälle sind auch für heute und die kommenden Tage für Nampula und Cabo Delgado vorausgesagt. Viele Gegenden in Cabo Delgado sind weiterhin nicht erreichbar und die Stromversorgung ist in weiten Teilen ausgefallen. Große Schäden gibt es in den Distrikten Ibo, Macomia und Quissanga, wo über 30.000 Häuser zerstört oder beschädigt sind.

Das INGC bestätigte 38 Todesfälle und ca. 20700 Menschen sind in Notunterkünften. 193 Klassenzimmer und 14 Gesundheitseinrichtungen wurden beschädigt oder zerstört. https://www.facebook.com/INGC.Mocambique/

Ein Bericht im New Scientist sagt, dass „Mosambik wurde von einem der stärksten Zyklone getroffen, die je die Küsten Afrikas trafen. Stürme in der Region scheinen stärker zu werden, was wahrscheinlich ein ergebnis des Klimawandels ist.“ https://www.newscientist.com/article/2200925-cyclone-kenneth-is-one-of-the-strongest-storms-to-hit-mainland-africa/

Update 29. April 2019:
Erneut brach Ende vergangener Woche ein Zyklon über Mosambik herein: Am 25. April wurde Cabo Delgado von Zyklon „Kenneth“ der Stärke 4 getroffen. Es war das erste Mal, dass Cabo Delgado überhaupt einen Zyklon erlebte und auch das erste Mal, dass Mosambik von zwei Zyklonen in einer Saison getroffen wurde. Der Zyklon bahnte sich seinen Weg mit massiven Winden und Regenfällen über Macomia, Quissanga und Mocimboa da Praia weiter bis nach Pemba, wo es zu Überschwemmungen kam. Auch in der Provinz Nampula kam es zu heftigen Regenfällen. Tausende Häuser sind zerstört, das vollständige Ausmaß der Zerstörungen ist bislang unbekannt. (Quelle: Joseph Hanlon: News reports & clippings
 455, 28 April 2019)

DER ZYKLON IDAI | 14.03.2019

Der Zyklon Idai traf am 14.3.2019 auf die Küste Mosambiks (Höhe Beira) und hinterließ Zerstörung und Verwüstung, nachdem er zuvor schon auf überraschender Route im Inland Schaden angerichtet hatte.

In Solidarität denken wir an alle Betroffenen in Mosambik! Bitte unterstützt die verschiedenen Rettungs- und Wiederaufbaumaßnahmen nicht nur aktuell sondern auch langfristig!

Hier findet Ihr Links zu aktuellen Veröffentlichungen und zu Spendenaktionen, die wir zur Zeit für sinnvoll erachten.

 

Aktuelle Infos in portugiesisch bei der Deutschen Welle:

und in englisch bei Joseph Hanlon:

Kommentare zum Anteil der Regierung am Ausmaß der Katastrophe (Portugiesisch)

 

Wer kleine, lokale Initiativen unterstützen möchte, kann für die folgenden Initiativen spenden:

Wer die Soforthilfe bei einer der großen Organisationen unterstützen möchte, kann sich z.B. an folgende Organisationen wenden:

Und sonst:

Petition Insolvenzverfahren für Staaten

Seit der Finanzkrise 2008 hat sich die Gesamtverschuldung aller Niedrig- und Mitteleinkommensländer nahezu verdoppelt. 122 Länder sind mittlerweile kritisch verschuldet, 18 Länder befinden sich ganz oder teilweise im Zahlungsausfall. Auch Mosambik befindet sich seit Anfang 2017 im teilweisen Zahlungsausfall. Dennoch gibt es kein transparentes Insolvenzverfahren für Staaten. Bei Zahlungsunfähigkeit eines Staates entscheiden allein die kreditgebenden Gläubiger über die Schuldentragfähigkeit und die zu vollziehenden Maßnahmen – ohne Berücksichtigung sozialer Aspekte.

SODI! hat eine Petition gestartet, die die Bundesregierung dazu auffordert, sich für ein geordnetes Staateninsolvenzverfahren auf internationaler Ebene einzusetzen.

Petition und mehr Infos: https://www.openpetition.de/petition/online/ein-faires-und-transparentes-insolvenzverfahren-fuer-staaten-einfuehren

Weitere Infos: http://erlassjahr.de/laenderinfos/mosambik/

http://www.tagesschau.de/multimedia/video/video-523547.html

 

Idai und die Auswirkungen auf Frauen

Frauen sind meist am stärksten von Naturkatastrophen betroffen. Ihnen fehlt häufig der Zugang zu wirtschaftlichen Ressourcen, zu Land, zu Informationen, zu Kommunikation – insbesondere Radios sind im Besitz der Männer. Außerdem ist es ohne Zugang zu Energie, Bildung, oder ohne Lesen zu können, schwer für die Frauen bei der Wirksamkeit von Frühwarnsystemen eine entscheidende Rolle zu spielen. In dem Artikel „Ist eine Frau betroffen, sind wir alle betroffen!“ skizzieren die Autorinnen die derzeitige Situation in Mosambik. Betroffene berichten von ihren Erlebnissen und stellen politische Forderungen.

Memorandum

Vom 22. bis 24. Februar fand die Tagung Respekt und Anerkennung in Magdeburg statt.

Lebendige Erinnerungen und ein schwieriges Erbe prägen einen wichtigen Teil der Beziehungen zwischen Deutschland und Mosambik. Vor 40 Jahren schlossen die VR Mosambik und die DDR einen Staatsvertrag. Dieser beeinflusste die Lebenswege von über 17.000 Vertragsarbeiter*innen und mehreren Tausend Expert*innen. Beide Gruppen gerieten auf je eigene Weise in die Mühlen des Kalten Krieges. Bei der deutschen Wiedervereinigung konnten viele Belange nicht zufriedenstellend gelöst werden. Besonders die Vertragsarbeiter*innen erfuhren wenig Anerkennung und Respektierung ihrer Leistungen. Auch wurden Gelder durch staatliche Stellen vorenthalten. Wichtige Fragen sind weiterhin nicht geklärt.

Auf der Tagung kamen Zeitzeug*innen und Betroffene zu Wort und es wurde nach Wegen von Respekt und Recht gesucht.

Die Tagungsteilnehmenden haben ein Memorandum verabschiedet, das Sie hier downloaden können:

http://www.oekumenezentrum-ekm.de/entwicklung-umwelt/Mosambik-Tagung-2019

 

Mosambik Rundbrief 97

 

Der neue Mosambik Rundbrief mit dem Schwerpunkt „Landnutzung und -konflikte“ ist erschienen und kann in der Geschäftsstelle bestellt werden.

Das Inhaltsverzeichnis und weitere Infos gibt es hier.

Der Schwerpunkt ist als Dossier gestaltet und kann hier heruntergeladen werden.

 

Zum Aktiv Werden

Urgent Action von Amnesty International

Der Radio-Journalist Amade Abubacar wurde am 5. Januar 2019 in der Provinz Cabo Delgado von der Polizei festgenommen. Sein Handy wurde beschöagnahmt, sie legten ihm Handschellen an und brachte ihn auf die Wache des Bezirks Macomia. Zu diesem Zeitpunkt interviewte er Binnenvertriebene, die vor gewalttätigen Angriffen im Norden von Cabo Delgado geflohen waren. Amade Abubacar wird ohne Kontakt zur Außenwelt in Haft gehalten, ist bislang nicht offiziell angeklagt worden und hat keinen Zugang zu seinem Rechtsbeistand.

Weitere Hintergründe und die Petition unter: https://www.amnesty.de/mitmachen/urgent-action/journalist-willkuerlich-haft

Und https://www.amnesty.de/mitmachen/urgent-action/journalist-weiter-haft-0

Mitmachen bis zum 25.02.2019

Veranstaltungstipps

Zwei interessante Veranstaltungstipps in Berlin:

29.11.2018, 17:30 Uhr: Podiumsdiskussion: Schuldenkrise in Mosambik  (taz-Kantine, Friedrichstraße 21, 10969, Berlin)

http://www.sodi.de/aktuell/terminekalender/termin_detail/datum/2018/11/29/podiumsdiskussion-schuldenkrise-in-mosambik/

6.12.2018, 12 bis 19 Uhr: Fachtagung: Afrika am Kredithaken (Seminar mit Spreeblick, An der Schillingbrücke 4; Nähe Ostbahnhof)

http://erlassjahr.de/wordpress/wp-content/uploads/2018/09/tagung_afrika_am_kredithaken_181206.pdf

 

Zum Mitmachen

Urgent Action von Amnesty International

Seit dem 10. Oktober erhalten mehrere Journalist_innen und zivilgesellschaftlich engagierte Personen im Norden von Mosambik anonyme Morddrohungen und Drohanrufe. Die Drohungen begannen, nachdem die Betroffenen im Rahmen der Kommunalwahlen in den Städten Nacala-Porto und Nampula Wahllokale kontrolliert und die Wahlergebnisse live veröffentlicht hatten.

Die Petition von AI richtet sich an den mosambikanischen Justizminister, Joaquim Veríssimo, und läuft noch bis zum 30.11.2018:

https://www.amnesty.de/mitmachen/urgent-action/anonyme-drohungen?fbclid=IwAR2Yq6o3qi5Fy9dgon5OTQoBnwP-__fiZduJf_d1myIDqIb0pByER-EHHuc

Amnesty International hat auch eine Gruppe „Regionalverband Westafrika“, in der auch regelmäßig über Mosambik informiert wird: http://www.amnesty-westafrika.de/Main/Aktionen

 

Einladung zum Seminar

Wir laden herzlich zu unserem entwicklungspolitischen Seminar nach Berlin ein!

Thema: Auf dem Holzweg?! – Forstplantagen und ihre Auswirkungen in Mosambik

Wann: 19. bis 21. Oktober 2018

Wo: WannseeFORUM Berlin

Mosambik ist eines der Länder, das zunehmend im Blick der internationalen Holzindustrie steht. Derzeit sind bereits mehr als eine Million Hektar Land an Forstkonzerne vergeben worden. Bei dem hohen Anteil der Mosambikaner_innen, die von Subsistenzlandwirtschaft leben, steht die Vergabe von Land in großer Konkurrenz zur Ernährungssouveränität der Bevölkerung.

Auf dem Seminar möchten wir uns informieren und darüber diskutieren, ob diese Entwicklungen der mosambikanischen Bevölkerung dient. Wir freuen uns auf unseren mosambikanischen Gastreferenten Jeremias Vunjanhe von der Nichtregierungsorganisation ADECRU.

Das Programm und mehr Infos gibt es hier