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Schulungen zu COVID-19

Das „Africa Centres for Disease Control and Prevention (Africa CDC)“ ist eine von der Afrikanischen Union gegründete Institution, die Initiativen im öffentlichen Gesundheitssektor unterstützt. Konkret fördert sie die Kapazitäten der Instiutionen im Gesundheitsbereich schnell und effektiv drohende Krankheiten zu identifizieren, diesen vorzubeugen und unter Kontrolle zu bringen. Dazu führen sie u.a. kostenlose Kurse durch, wie jetzt auch zu COVID-19.

Website:

https://africacdc.org/

Onlinekurse:

https://openwho.org/

Ausnahmezustand

Aufgrund der COVID-19 Krise beschloss das mosambikanische Parlament für die Zeit vom 1. bis 30. April den „Ausnahmezustand“ – dieser kann bis zu zwei Mal verlängert werden. Konkret bedeutet das, dass vermehrte Restriktionen bezüglich der Bewegungsfreiheit erlaubt sind. Bisher ist aber kein kompletter „lockdwon“ beschlossen. Neu ist, dass alle öffentlichen Veranstaltungen, inklusive religiösen, nicht mehr gestattet sind und „Vergnügungseinrichtungen“ schließen müssen oder sich einschränken. Zudem müssen sich alle Menschen, die kürzlich von einer Auslandsreise zurückkamen oder Kontakt zu einer Person, bei der COVID-19 nachgewiesen wurde, in häuslicher Quarantäne aufhalten.

Die Opposition befürchtet, dass die FRELIMO den Ausnahmezustand dazu ausnutzen könnte, die Freiheitsrechte der Bevölkerung extrem einzuschränken.

Schätzungen des britischen Imperial College zufolge könnte COVID-19 in Mosambik bis zu 65.000 Menschen töten, wenn keine Maßnahmen (wie die erfolgten) ergriffen würden.

Mehr Infos – auch Kritik und alternative Maßnahmen – unter: https://cipmoz.org/

https://www.dw.com/pt-002/covid-19-mo%C3%A7ambique-entra-em-estado-de-emerg%C3%AAncia/a-52977310

 

Rückkehrer*innen aus Südafrika

Nachdem der südafrikanische Präsident Ramaphosa am 26.03. im Kampf gegen COVID-19 eine nationale Ausgangssperre und damit verbunden die Schließung der Minen und anderer Produktionsbetriebe für die nächsten 21 Tage anordnete, wird in den nächsten Tagen eine große Rückreisewelle von bis zu 23.000 mosambikanischen Migrant*innen an der Grenze in Ressano Garcia erwartet. Da die Zahl der bestätigten COVID-19 Infizierten in Südafrika mit über 700 (Stand 26.03.) wesentlich höher als in Mosambik ist, besteht die Gefahr, dass sich auch vermehrt Personen, die sich bereits in Südafrika mit dem Corona Virus infiziert haben, unter den Rückkehrer*innen befinden. An der Grenze soll deshalb das Personal des Gesundheitsministeriums verstärkt werden, das Einreisende auf Fieber untersucht.

Quelle: https://cartamz.com/index.php/sociedade/item/4774-covid-19-mais-de-23-mil-cidadaos-regressam-da-vizinha-africa-do-sulcarta.mz

COVID-19 – die aktuelle Situation in Mosambik

Am 22. März wurde die erste Person in Mosambik positiv auf den Virus COVID-19 getestet. Die Regierung beschloss bereits wenige Tage zuvor (20. März) verschiedene Maßnahmen, die v.a. der Prävention dienen sollen. Dazu zählen die häusliche Isolierung der Erkrankten und der Kontaktpersonen, die Schließung der Schulen und Universitäten für 30 Tage (23.3. bis 23.4.) und das Verbot von Veranstaltungen mit mehr als 50 Personen. Zudem werden derzeit keine neuen Visa für die Einreise nach Mosambik ausgestellt und die bereits ausgestellten storniert.

Aufgrund der schlechten Ausstattung im Gesundheitsbereich steht Mosambik vor einer extremen Herausforderung. So stehen insgesamt nur 2500 Tests zu Verfügung und es gibt lediglich 34 Beatmungsgeräte (Lusa/@Verdade, 23.3.). Zudem haben viele Mosambikaner*innen nicht genug Seife und Wasser, um notwendige Hygienemaßnahmen einzuhalten. Eine weitere große Infektionsgefahr bildet das öffentliche Transportsystem mit den überfüllten Chapas.

Mosambik hat die Geberländer um einen Budgetzuschuss für die Hilfe gegen das Virus in Höhe von 700 Millionen US-Dollar angefragt. Angeblich hat China zugesagt, Tests nach Mosambik zu schicken. (In Italien wurden die Tests aus China allerdings als nicht brauchbar eingestuft).

Aktuelle Zahlen aus Mosambik stellt das Instituto Nacional de Saúde (INS) online bereit:

https://covid19.ins.gov.mz/ – Stand 6.4.: 10 bestätigte Fälle

Zur Erinnerung: Es war einst die Politik der Strukturanpassungsmaßnahmen von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank, die viele Länder des Globalen Südens zum Abbau ihrer öffentlichen Gesundheitssysteme gezwungen hat. Am 25.3.2020 gaben Weltbank und IWF das „Joint Statement Call to Action on Debt of IDA Coutries“ heraus. Damit fordern sie – im Anbetracht des COVID-19 Ausbruchs – alle bilateralen Geberländer auf, sämtliche Schuldendienstzahlungen auszusetzen, damit die Staaten diese Mittel sofort zur Verfügung haben und für entsprechende Maßnahmen im Hygiene- und Gesundheitsbereich einsetzen können. Dies soll Zeit geben, um die finanzielle Situation der Länder zu klären und über neue Bedarfe zu sprechen.

Bei ihrem virtuell durchgeführten Gipfeltreffen forderten die afrikanischen Finanzminister einen Erlass ihrer für 2020 ausstehenden Zinszahlungen (Quelle: Erlassjahr.de.)

Die Ausbreitung von COVID-19 und die damit verbundenen akuten Gefährdungen der Menschen in Mosambik, die wir befürchten, führt uns deutlich vor Augen, wie fragil Gesundheitssysteme sind, und dass die Politik der letzten Jahrzehnte, eben diese durch Kürzungen zu schwächen, der falsche Weg war. Gesundheit ist keine Ware, weder in Deutschland, noch im Globalen Süden. Wir brauchen ein umfassendes, zinsfreies Schuldenmoratorium und nach Bewältigung der akuten Krise eine Restrukturierung der Schulden der auch von COVID-19 betroffenen Staaten des Globalen Südens. Daran müssen sich sowohl die Industriestaaten als auch IWF und Weltbank beteiligen. Zudem fordern wir, dass sich Angela Merkel und die Bundesregierung für ein Ende der Privatisierungspolitik von Weltbank, IWF und G20 einsetzt. 

Mehr Infos zur Schuldensituation unter: www.erlassjahr.de

https://erlassjahr.de/laenderinfos/mosambik/

Initiative Treffen 2. Generation

Sommer 2020

Liebe Kinder ehemaliger mosambikanischer Vertragsarbeiter*innen,

2020 jährt sich die deutsche Wiedervereinigung zum 30. Mal. Im Zuge dessen wird wieder viel über die sogenannten Madgermanes und nicht ausgezahlte Löhne gesprochen, kaum aber über die Familien, die 1990 zerbrachen und die Folgen davon bis heute. Deshalb wollen wir mit und für Kinder ehemaliger mosambikanischer Vertragsarbeiter*innen im Sommer 2020 ein Vernetzungstreffen organisieren!

Lasst uns zusammensetzten und Informationen und Erfahrungsberichte zu den Themen „deutsch-mosambikanische Familien-Biografien und Familienzusammenführung zwischen Deutschland und Mosambik“ austauschen. Gerne würden wir mit diesem Treffen gemeinsam mit Euch einen ersten kollektiven Schritt machen! Wir wollen herausfinden, wo und von wem Unterstützung bei der Familienzusammenführung oder einem Zugang nach Mosambik gebraucht wird. Wir wollen uns vernetzen, Informationen über Mosambik und Reisen dorthin teilen und gemeinsame Projekte entwickeln. Wir verstehen uns als offenes Netzwerk und wollen mit dieser E-Mail auch dazu aufrufen an der Planung des Netzwerktreffens teilzunehmen, Themen und Inhalte mitzubestimmen und Vorschläge für Inputs oder Workshops zu geben!

Um das Netzwerktreffen im Sommer 2020 planen zu können, würden wir uns sehr freuen, wenn Ihr uns Bescheid gebt, falls Ihr an einem Treffen interessiert seid!

Was würde euch bei so einem Treffen interessieren? Sind es historische Hintergründe, Berichte von ehemaligen Vertragsarbeiter*innen, aktuelle politische Entwicklungen oder persönliche Erfahrungsberichte? Welche Themen sollen im Fokus eines solchen Treffens stehen?

Wenn ihr Ideen und Vorschläge habt, her damit! Ansonsten einfach kurz euren Namen und Wohnort an: 2ndgeneration(at)mail.de

Mit herzlichen Grüßen

von Antonia Friedrich (Auf der Suche nach ihrem Vater, einem ehemaligen mosambikanischen Vertragsarbeiter), David-Simon Groß (ehemaliger Freiwilliger in Mosambik, Vorstandsmitglied vom Koordinierungskreis Mosambik e.V.), Brenda Akele Jorde (Dokumentarfilmerin mit Erfahrung in Mosambik) und Malte Wandel (Fotograf und Autor des Buches “Einheit. Arbeit. Wachsamkeit. – Die DDR in Mosambik”)

Video Solikampagne IDAI

Nach dem Zyklon Idai hatten wir an dieser Stelle auf verschiedene Unterstützungskampagnen hingewiesen. Bei Youtube gibt es nun eine Dokumentation der Solidaritätskampagne „Mexeu com uma, mexeu com todas!“ vom Frauennetzwerk GMPIS: https://youtu.be/IXnj0iWRzPk

Mosambik Rundbrief 99

Der neue Mosambik Rundbrief ist erschienen! Die Beiträge im Schwerpunkt „Quo vadis?“ widmen sich der Analyse aktueller Ereignisse und Entwicklungen. Die Themen sind u.a. die vergangenen Wahlen, die Erdgasfunde in Cabo Delgado, die Schuldenkrise und der Wiederaufbau nach den Zyklonen.

Das Inhaltsverzeichnis und weitere Infos gibt es hier.

Der Schwerpunkt ist als Dossier gestaltet und kann hier heruntergeladen werden.

Klimaschutz jetzt!

Die Klimakrise verschärft sich rasant: Hitzewellen, Dürren, Überschwemmungen – bereits heute vernichtet die Klimakrise Leben und Lebensgrundlagen von Millionen Menschen weltweit. In Mosambik führten die beiden Zyklone dieses im Frühjahr erschreckend vor Augen.

Die globale Klimakrise wird verursacht vom reicheren Teil der Menschheit – der nicht nur, aber vor allem in den Industrieländern des Globalen Nordens lebt. Den verheerenden Folgen des Klimawandels sind hingegen arme und ausgegrenzte Menschen besonders stark ausgesetzt – vor allem in Ländern des Globalen Südens. Die globale soziale Frage lässt sich daher nicht von der Klimapolitik trennen.

Eine andere Politik ist nötig!

Der KKM schließt sich dem Aufruf von #FridaysForFuture an: Streikt und kommt gemeinsam mit Fridays for Future und vielen anderen auf die Straßen am heutigen 20. September!

 

Ate sempre, presidente!

2017 wurde in der Ausgabe Nr 95 des Rundbriefs Mosambik ein Interview mit Isard Mané Marechal Pindula, Graphikdesigner, Filmemacher sowie Gründer und Präsident des Mosambikanischen Skatvereins ASM –Associação do Skate de Moçambique – über die Arbeit dieser lokalen Organisation veröffentlicht.

Bei der ASM handelt es sich um ein Projekt, das anfangs die Verbreitung des Skateboardens als – damals noch negativ konnotiertem – Radikalsport anvisierte, bald jedoch, motiviert durch die für Isard so typische Empathiefähigkeit und seinen tiefen Humanismus, seinen Wirkungsbereich um Aktivitäten mit Kindern und Jugendlichen aus schwierigen sozialen Kontexten, vor allem im Viertel Maxaquene, erweiterte. Isard widmete sich dem Zweck der Verbesserung der Lebensbedingungen dieser Gesellschaftsgruppe mit vollster Hingabe.

Angefangen mit all der Energie und Zeit, die er dem Projekt schenkte, bis hin zu der Tatsache, dass er sein eigenes Haus zum Hauptsitz der ASM in Maxaquene machte und somit zum Zentrum einer neuen Lebensform für all diejenigen, die dort ein- und ausgingen. Das Interview spiegelt Isards Vision und die Hoffnungen in Bezug auf die Arbeit des Vereins wieder, aber auch auf traurige Weise das schwere und harte Bewusstsein über die Limitationen und Widersprüche, mit denen er sich als Präsident herumquälen musste.

Isard verlor am 9. Juli 2019 unter tragischen Umständen das Leben und hinterließ seine Mission unvollendet. Am 11. September, im Monat des Bewusstseins für Suizid, wäre Isard 39 Jahre alt geworden. Zu diesem Anlass möchten wir das Interview noch einmal publizieren, als Erinnerung und Hommage an Isard und sein wertvolles Vermächtnis.

Hier geht´s zum Interview

Unter https://youtu.be/UUtYq0k1E3E ist ein sehr schönes Video über ein Event der ASM im Jahre 2014 mit dem titel „Skate ist Leben“ zu sehen.

Einladung zum Herbstseminar

Wir laden herzlich zu unserem entwicklungspolitischen Seminar nach Bielefeld ein!

Thema: „Eu não pago!“ Schuldenkrise und Wahlen in Mosambik

Wann: 8. bis 10. November 2019

Wo: Jugendgästehaus Bielefeld

Viele Themen sind derzeit in Mosambik hochbrisant und werden breit diskutiert: Die Schuldenkrise und die politischen Verpflechtungen, die anstehenden Präsidentschafts- und Parlamentswahlen, die gewaltvolle Situation in Cabo Delgado und die Erdgasvorkommen, die große Hoffnungen wecken. Bei unserer diesjährigen Herbsttagung möchten wir uns mit diesen Themen beschäftigen.

Wir freuen uns auf unsere mosambikanische Gastreferentin Paula Monjane von der Organisation „Centro de Aprendizagem e Capacitação da Sociedade Civil (CESC).

Das Programm und mehr Infos gibt es hier