Initiative Treffen 2. Generation

Sommer 2020

Liebe Kinder ehemaliger mosambikanischer Vertragsarbeiter*innen,

2020 jährt sich die deutsche Wiedervereinigung zum 30. Mal. Im Zuge dessen wird wieder viel über die sogenannten Madgermanes und nicht ausgezahlte Löhne gesprochen, kaum aber über die Familien, die 1990 zerbrachen und die Folgen davon bis heute. Deshalb wollen wir mit und für Kinder ehemaliger mosambikanischer Vertragsarbeiter*innen im Sommer 2020 ein Vernetzungstreffen organisieren!

Lasst uns zusammensetzten und Informationen und Erfahrungsberichte zu den Themen „deutsch-mosambikanische Familien-Biografien und Familienzusammenführung zwischen Deutschland und Mosambik“ austauschen. Gerne würden wir mit diesem Treffen gemeinsam mit Euch einen ersten kollektiven Schritt machen! Wir wollen herausfinden, wo und von wem Unterstützung bei der Familienzusammenführung oder einem Zugang nach Mosambik gebraucht wird. Wir wollen uns vernetzen, Informationen über Mosambik und Reisen dorthin teilen und gemeinsame Projekte entwickeln. Wir verstehen uns als offenes Netzwerk und wollen mit dieser E-Mail auch dazu aufrufen an der Planung des Netzwerktreffens teilzunehmen, Themen und Inhalte mitzubestimmen und Vorschläge für Inputs oder Workshops zu geben!

Um das Netzwerktreffen im Sommer 2020 planen zu können, würden wir uns sehr freuen, wenn Ihr uns Bescheid gebt, falls Ihr an einem Treffen interessiert seid!

Was würde euch bei so einem Treffen interessieren? Sind es historische Hintergründe, Berichte von ehemaligen Vertragsarbeiter*innen, aktuelle politische Entwicklungen oder persönliche Erfahrungsberichte? Welche Themen sollen im Fokus eines solchen Treffens stehen?

Wenn ihr Ideen und Vorschläge habt, her damit! Ansonsten einfach kurz euren Namen und Wohnort an: 2ndgeneration(at)mail.de

Mit herzlichen Grüßen

von Antonia Friedrich (Auf der Suche nach ihrem Vater, einem ehemaligen mosambikanischen Vertragsarbeiter), David-Simon Groß (ehemaliger Freiwilliger in Mosambik, Vorstandsmitglied vom Koordinierungskreis Mosambik e.V.), Brenda Akele Jorde (Dokumentarfilmerin mit Erfahrung in Mosambik) und Malte Wandel (Fotograf und Autor des Buches “Einheit. Arbeit. Wachsamkeit. – Die DDR in Mosambik”)

Video Solikampagne IDAI

Nach dem Zyklon Idai hatten wir an dieser Stelle auf verschiedene Unterstützungskampagnen hingewiesen. Bei Youtube gibt es nun eine Dokumentation der Solidaritätskampagne „Mexeu com uma, mexeu com todas!“ vom Frauennetzwerk GMPIS: https://youtu.be/IXnj0iWRzPk

Mosambik Rundbrief 99

Der neue Mosambik Rundbrief ist erschienen! Die Beiträge im Schwerpunkt „Quo vadis?“ widmen sich der Analyse aktueller Ereignisse und Entwicklungen. Die Themen sind u.a. die vergangenen Wahlen, die Erdgasfunde in Cabo Delgado, die Schuldenkrise und der Wiederaufbau nach den Zyklonen.

Das Inhaltsverzeichnis und weitere Infos gibt es hier.

Der Schwerpunkt ist als Dossier gestaltet und kann hier heruntergeladen werden.

Klimaschutz jetzt!

Die Klimakrise verschärft sich rasant: Hitzewellen, Dürren, Überschwemmungen – bereits heute vernichtet die Klimakrise Leben und Lebensgrundlagen von Millionen Menschen weltweit. In Mosambik führten die beiden Zyklone dieses im Frühjahr erschreckend vor Augen.

Die globale Klimakrise wird verursacht vom reicheren Teil der Menschheit – der nicht nur, aber vor allem in den Industrieländern des Globalen Nordens lebt. Den verheerenden Folgen des Klimawandels sind hingegen arme und ausgegrenzte Menschen besonders stark ausgesetzt – vor allem in Ländern des Globalen Südens. Die globale soziale Frage lässt sich daher nicht von der Klimapolitik trennen.

Eine andere Politik ist nötig!

Der KKM schließt sich dem Aufruf von #FridaysForFuture an: Streikt und kommt gemeinsam mit Fridays for Future und vielen anderen auf die Straßen am heutigen 20. September!

 

Ate sempre, presidente!

2017 wurde in der Ausgabe Nr 95 des Rundbriefs Mosambik ein Interview mit Isard Mané Marechal Pindula, Graphikdesigner, Filmemacher sowie Gründer und Präsident des Mosambikanischen Skatvereins ASM –Associação do Skate de Moçambique – über die Arbeit dieser lokalen Organisation veröffentlicht.

Bei der ASM handelt es sich um ein Projekt, das anfangs die Verbreitung des Skateboardens als – damals noch negativ konnotiertem – Radikalsport anvisierte, bald jedoch, motiviert durch die für Isard so typische Empathiefähigkeit und seinen tiefen Humanismus, seinen Wirkungsbereich um Aktivitäten mit Kindern und Jugendlichen aus schwierigen sozialen Kontexten, vor allem im Viertel Maxaquene, erweiterte. Isard widmete sich dem Zweck der Verbesserung der Lebensbedingungen dieser Gesellschaftsgruppe mit vollster Hingabe.

Angefangen mit all der Energie und Zeit, die er dem Projekt schenkte, bis hin zu der Tatsache, dass er sein eigenes Haus zum Hauptsitz der ASM in Maxaquene machte und somit zum Zentrum einer neuen Lebensform für all diejenigen, die dort ein- und ausgingen. Das Interview spiegelt Isards Vision und die Hoffnungen in Bezug auf die Arbeit des Vereins wieder, aber auch auf traurige Weise das schwere und harte Bewusstsein über die Limitationen und Widersprüche, mit denen er sich als Präsident herumquälen musste.

Isard verlor am 9. Juli 2019 unter tragischen Umständen das Leben und hinterließ seine Mission unvollendet. Am 11. September, im Monat des Bewusstseins für Suizid, wäre Isard 39 Jahre alt geworden. Zu diesem Anlass möchten wir das Interview noch einmal publizieren, als Erinnerung und Hommage an Isard und sein wertvolles Vermächtnis.

Hier geht´s zum Interview

Unter https://youtu.be/UUtYq0k1E3E ist ein sehr schönes Video über ein Event der ASM im Jahre 2014 mit dem titel „Skate ist Leben“ zu sehen.

Einladung zum Herbstseminar

Wir laden herzlich zu unserem entwicklungspolitischen Seminar nach Bielefeld ein!

Thema: „Eu não pago!“ Schuldenkrise und Wahlen in Mosambik

Wann: 8. bis 10. November 2019

Wo: Jugendgästehaus Bielefeld

Viele Themen sind derzeit in Mosambik hochbrisant und werden breit diskutiert: Die Schuldenkrise und die politischen Verpflechtungen, die anstehenden Präsidentschafts- und Parlamentswahlen, die gewaltvolle Situation in Cabo Delgado und die Erdgasvorkommen, die große Hoffnungen wecken. Bei unserer diesjährigen Herbsttagung möchten wir uns mit diesen Themen beschäftigen.

Wir freuen uns auf unsere mosambikanische Gastreferentin Paula Monjane von der Organisation „Centro de Aprendizagem e Capacitação da Sociedade Civil (CESC).

Das Programm und mehr Infos gibt es hier

Aktuelles zu Unwetterkatastrophen in Mosambik | Update 30.04.2019 (Zyklon Kenneth – Cabo Delgado)

Update 30. April 2019
(Zusammenfassung von Joe Hanlon Update MOZAMBIQUE 456, News reports & clippings
, 29 April 2019):
Weitere schwere Regenfälle sind auch für heute und die kommenden Tage für Nampula und Cabo Delgado vorausgesagt. Viele Gegenden in Cabo Delgado sind weiterhin nicht erreichbar und die Stromversorgung ist in weiten Teilen ausgefallen. Große Schäden gibt es in den Distrikten Ibo, Macomia und Quissanga, wo über 30.000 Häuser zerstört oder beschädigt sind.

Das INGC bestätigte 38 Todesfälle und ca. 20700 Menschen sind in Notunterkünften. 193 Klassenzimmer und 14 Gesundheitseinrichtungen wurden beschädigt oder zerstört. https://www.facebook.com/INGC.Mocambique/

Ein Bericht im New Scientist sagt, dass „Mosambik wurde von einem der stärksten Zyklone getroffen, die je die Küsten Afrikas trafen. Stürme in der Region scheinen stärker zu werden, was wahrscheinlich ein ergebnis des Klimawandels ist.“ https://www.newscientist.com/article/2200925-cyclone-kenneth-is-one-of-the-strongest-storms-to-hit-mainland-africa/

Update 29. April 2019:
Erneut brach Ende vergangener Woche ein Zyklon über Mosambik herein: Am 25. April wurde Cabo Delgado von Zyklon „Kenneth“ der Stärke 4 getroffen. Es war das erste Mal, dass Cabo Delgado überhaupt einen Zyklon erlebte und auch das erste Mal, dass Mosambik von zwei Zyklonen in einer Saison getroffen wurde. Der Zyklon bahnte sich seinen Weg mit massiven Winden und Regenfällen über Macomia, Quissanga und Mocimboa da Praia weiter bis nach Pemba, wo es zu Überschwemmungen kam. Auch in der Provinz Nampula kam es zu heftigen Regenfällen. Tausende Häuser sind zerstört, das vollständige Ausmaß der Zerstörungen ist bislang unbekannt. (Quelle: Joseph Hanlon: News reports & clippings
 455, 28 April 2019)

DER ZYKLON IDAI | 14.03.2019

Der Zyklon Idai traf am 14.3.2019 auf die Küste Mosambiks (Höhe Beira) und hinterließ Zerstörung und Verwüstung, nachdem er zuvor schon auf überraschender Route im Inland Schaden angerichtet hatte.

In Solidarität denken wir an alle Betroffenen in Mosambik! Bitte unterstützt die verschiedenen Rettungs- und Wiederaufbaumaßnahmen nicht nur aktuell sondern auch langfristig!

Hier findet Ihr Links zu aktuellen Veröffentlichungen und zu Spendenaktionen, die wir zur Zeit für sinnvoll erachten.

 

Aktuelle Infos in portugiesisch bei der Deutschen Welle:

und in englisch bei Joseph Hanlon:

Kommentare zum Anteil der Regierung am Ausmaß der Katastrophe (Portugiesisch)

 

Wer kleine, lokale Initiativen unterstützen möchte, kann für die folgenden Initiativen spenden:

Wer die Soforthilfe bei einer der großen Organisationen unterstützen möchte, kann sich z.B. an folgende Organisationen wenden:

Und sonst:

Petition Insolvenzverfahren für Staaten

Seit der Finanzkrise 2008 hat sich die Gesamtverschuldung aller Niedrig- und Mitteleinkommensländer nahezu verdoppelt. 122 Länder sind mittlerweile kritisch verschuldet, 18 Länder befinden sich ganz oder teilweise im Zahlungsausfall. Auch Mosambik befindet sich seit Anfang 2017 im teilweisen Zahlungsausfall. Dennoch gibt es kein transparentes Insolvenzverfahren für Staaten. Bei Zahlungsunfähigkeit eines Staates entscheiden allein die kreditgebenden Gläubiger über die Schuldentragfähigkeit und die zu vollziehenden Maßnahmen – ohne Berücksichtigung sozialer Aspekte.

SODI! hat eine Petition gestartet, die die Bundesregierung dazu auffordert, sich für ein geordnetes Staateninsolvenzverfahren auf internationaler Ebene einzusetzen.

Petition und mehr Infos: https://www.openpetition.de/petition/online/ein-faires-und-transparentes-insolvenzverfahren-fuer-staaten-einfuehren

Weitere Infos: http://erlassjahr.de/laenderinfos/mosambik/

http://www.tagesschau.de/multimedia/video/video-523547.html

 

Idai und die Auswirkungen auf Frauen

Frauen sind meist am stärksten von Naturkatastrophen betroffen. Ihnen fehlt häufig der Zugang zu wirtschaftlichen Ressourcen, zu Land, zu Informationen, zu Kommunikation – insbesondere Radios sind im Besitz der Männer. Außerdem ist es ohne Zugang zu Energie, Bildung, oder ohne Lesen zu können, schwer für die Frauen bei der Wirksamkeit von Frühwarnsystemen eine entscheidende Rolle zu spielen. In dem Artikel „Ist eine Frau betroffen, sind wir alle betroffen!“ skizzieren die Autorinnen die derzeitige Situation in Mosambik. Betroffene berichten von ihren Erlebnissen und stellen politische Forderungen.