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Newsletter Cabo Delgado

Seit dem 19. Mai gibt es den wöchentlich erscheinenden Bericht „Cabo Ligado“ zur aktuellen Situation in Cabo Delgado.

Der Newsletter wird herausgegeben von Zitarmar und MediaFax (Maputo) mit Unterstützung von der „International Crisis Group“ und USAID.

Bestellt werden kann der kostenlose Newsletter hier: https://acleddata.com/subscribe/

Bei Joe Hanlon sind die ersten drei Berichte einzusehen: http://bit.ly/CaboLigado
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Beira – 1 Jahr nach Idai

Vor ungefähr einem Jahr brachen die beiden verheerenden Zyklone IDAI und Kenneth über Mosambik herein.

Auf unserem Blog stellten wir Initiativen von den Menschen in Mosambik zum Wiederaufbau vor. U.a. ihnen auch das Kooperationsprojekt der Handelsschule in Beira und dem Goethe-Zentrum CCMA in Maputo.

Alex Dunduro, ein Lehrer an der Schule berichtet über die Situation heute: Beira_1 Jahr nach Idai

Mosambik-Rundbrief: Leser*innen-Umfrage 2020

Liebe Leser*innen des Mosambik-Rundbriefs!

Die hundertste Ausgabe des Mosambik-Rundbrief ist sicher eine Erfolgsgeschichte, auf die wir stolz sein können. Gleichzeitig möchten wir die Jubiläumsausgabe zum Anlass nehmen Euch zu fragen, was aus Eurer Sicht gut gelingt und was wir noch besser machen können. Dafür haben wir eine Umfrage eingerichtet.

Wir freuen uns, wenn Ihr teilnehmt und uns helft, den Mosambik-Rundbrief noch besser zu machen!

Hier geht es zur Umfrage: https://koordinierungskreismosambik.limequery.org/745337?lang=de

Vielen Dank für Eure Antworten!

Mit vielen Grüßen, Euer Redaktionsteam

 

Schulungen zu COVID-19

Das „Africa Centres for Disease Control and Prevention (Africa CDC)“ ist eine von der Afrikanischen Union gegründete Institution, die Initiativen im öffentlichen Gesundheitssektor unterstützt. Konkret fördert sie die Kapazitäten der Instiutionen im Gesundheitsbereich schnell und effektiv drohende Krankheiten zu identifizieren, diesen vorzubeugen und unter Kontrolle zu bringen. Dazu führen sie u.a. kostenlose Kurse durch, wie jetzt auch zu COVID-19.

Website:

https://africacdc.org/

Onlinekurse:

https://openwho.org/

Ausnahmezustand

Aufgrund der COVID-19 Krise beschloss das mosambikanische Parlament für die Zeit vom 1. bis 30. April den „Ausnahmezustand“ – dieser kann bis zu zwei Mal verlängert werden. Konkret bedeutet das, dass vermehrte Restriktionen bezüglich der Bewegungsfreiheit erlaubt sind. Bisher ist aber kein kompletter „lockdwon“ beschlossen. Neu ist, dass alle öffentlichen Veranstaltungen, inklusive religiösen, nicht mehr gestattet sind und „Vergnügungseinrichtungen“ schließen müssen oder sich einschränken. Zudem müssen sich alle Menschen, die kürzlich von einer Auslandsreise zurückkamen oder Kontakt zu einer Person, bei der COVID-19 nachgewiesen wurde, in häuslicher Quarantäne aufhalten.

Die Opposition befürchtet, dass die FRELIMO den Ausnahmezustand dazu ausnutzen könnte, die Freiheitsrechte der Bevölkerung extrem einzuschränken.

Schätzungen des britischen Imperial College zufolge könnte COVID-19 in Mosambik bis zu 65.000 Menschen töten, wenn keine Maßnahmen (wie die erfolgten) ergriffen würden.

Mehr Infos – auch Kritik und alternative Maßnahmen – unter: https://cipmoz.org/

https://www.dw.com/pt-002/covid-19-mo%C3%A7ambique-entra-em-estado-de-emerg%C3%AAncia/a-52977310

 

Rückkehrer*innen aus Südafrika

Nachdem der südafrikanische Präsident Ramaphosa am 26.03. im Kampf gegen COVID-19 eine nationale Ausgangssperre und damit verbunden die Schließung der Minen und anderer Produktionsbetriebe für die nächsten 21 Tage anordnete, wird in den nächsten Tagen eine große Rückreisewelle von bis zu 23.000 mosambikanischen Migrant*innen an der Grenze in Ressano Garcia erwartet. Da die Zahl der bestätigten COVID-19 Infizierten in Südafrika mit über 700 (Stand 26.03.) wesentlich höher als in Mosambik ist, besteht die Gefahr, dass sich auch vermehrt Personen, die sich bereits in Südafrika mit dem Corona Virus infiziert haben, unter den Rückkehrer*innen befinden. An der Grenze soll deshalb das Personal des Gesundheitsministeriums verstärkt werden, das Einreisende auf Fieber untersucht.

Quelle: https://cartamz.com/index.php/sociedade/item/4774-covid-19-mais-de-23-mil-cidadaos-regressam-da-vizinha-africa-do-sulcarta.mz

COVID-19 – die aktuelle Situation in Mosambik

Am 22. März wurde die erste Person in Mosambik positiv auf den Virus COVID-19 getestet. Die Regierung beschloss bereits wenige Tage zuvor (20. März) verschiedene Maßnahmen, die v.a. der Prävention dienen sollen. Dazu zählen die häusliche Isolierung der Erkrankten und der Kontaktpersonen, die Schließung der Schulen und Universitäten für 30 Tage (23.3. bis 23.4.) und das Verbot von Veranstaltungen mit mehr als 50 Personen. Zudem werden derzeit keine neuen Visa für die Einreise nach Mosambik ausgestellt und die bereits ausgestellten storniert.

Aufgrund der schlechten Ausstattung im Gesundheitsbereich steht Mosambik vor einer extremen Herausforderung. So stehen insgesamt nur 2500 Tests zu Verfügung und es gibt lediglich 34 Beatmungsgeräte (Lusa/@Verdade, 23.3.). Zudem haben viele Mosambikaner*innen nicht genug Seife und Wasser, um notwendige Hygienemaßnahmen einzuhalten. Eine weitere große Infektionsgefahr bildet das öffentliche Transportsystem mit den überfüllten Chapas.

Mosambik hat die Geberländer um einen Budgetzuschuss für die Hilfe gegen das Virus in Höhe von 700 Millionen US-Dollar angefragt. Angeblich hat China zugesagt, Tests nach Mosambik zu schicken. (In Italien wurden die Tests aus China allerdings als nicht brauchbar eingestuft).

Aktuelle Zahlen aus Mosambik stellt das Instituto Nacional de Saúde (INS) online bereit:

https://covid19.ins.gov.mz/ – Stand 6.4.: 10 bestätigte Fälle

Zur Erinnerung: Es war einst die Politik der Strukturanpassungsmaßnahmen von Internationalem Währungsfonds (IWF) und Weltbank, die viele Länder des Globalen Südens zum Abbau ihrer öffentlichen Gesundheitssysteme gezwungen hat. Am 25.3.2020 gaben Weltbank und IWF das „Joint Statement Call to Action on Debt of IDA Coutries“ heraus. Damit fordern sie – im Anbetracht des COVID-19 Ausbruchs – alle bilateralen Geberländer auf, sämtliche Schuldendienstzahlungen auszusetzen, damit die Staaten diese Mittel sofort zur Verfügung haben und für entsprechende Maßnahmen im Hygiene- und Gesundheitsbereich einsetzen können. Dies soll Zeit geben, um die finanzielle Situation der Länder zu klären und über neue Bedarfe zu sprechen.

Bei ihrem virtuell durchgeführten Gipfeltreffen forderten die afrikanischen Finanzminister einen Erlass ihrer für 2020 ausstehenden Zinszahlungen (Quelle: Erlassjahr.de.)

Die Ausbreitung von COVID-19 und die damit verbundenen akuten Gefährdungen der Menschen in Mosambik, die wir befürchten, führt uns deutlich vor Augen, wie fragil Gesundheitssysteme sind, und dass die Politik der letzten Jahrzehnte, eben diese durch Kürzungen zu schwächen, der falsche Weg war. Gesundheit ist keine Ware, weder in Deutschland, noch im Globalen Süden. Wir brauchen ein umfassendes, zinsfreies Schuldenmoratorium und nach Bewältigung der akuten Krise eine Restrukturierung der Schulden der auch von COVID-19 betroffenen Staaten des Globalen Südens. Daran müssen sich sowohl die Industriestaaten als auch IWF und Weltbank beteiligen. Zudem fordern wir, dass sich Angela Merkel und die Bundesregierung für ein Ende der Privatisierungspolitik von Weltbank, IWF und G20 einsetzt. 

Mehr Infos zur Schuldensituation unter: www.erlassjahr.de

https://erlassjahr.de/laenderinfos/mosambik/

Initiative Treffen 2. Generation

Sommer 2020

Liebe Kinder ehemaliger mosambikanischer Vertragsarbeiter*innen,

2020 jährt sich die deutsche Wiedervereinigung zum 30. Mal. Im Zuge dessen wird wieder viel über die sogenannten Madgermanes und nicht ausgezahlte Löhne gesprochen, kaum aber über die Familien, die 1990 zerbrachen und die Folgen davon bis heute. Deshalb wollen wir mit und für Kinder ehemaliger mosambikanischer Vertragsarbeiter*innen im Sommer 2020 ein Vernetzungstreffen organisieren!

Lasst uns zusammensetzten und Informationen und Erfahrungsberichte zu den Themen „deutsch-mosambikanische Familien-Biografien und Familienzusammenführung zwischen Deutschland und Mosambik“ austauschen. Gerne würden wir mit diesem Treffen gemeinsam mit Euch einen ersten kollektiven Schritt machen! Wir wollen herausfinden, wo und von wem Unterstützung bei der Familienzusammenführung oder einem Zugang nach Mosambik gebraucht wird. Wir wollen uns vernetzen, Informationen über Mosambik und Reisen dorthin teilen und gemeinsame Projekte entwickeln. Wir verstehen uns als offenes Netzwerk und wollen mit dieser E-Mail auch dazu aufrufen an der Planung des Netzwerktreffens teilzunehmen, Themen und Inhalte mitzubestimmen und Vorschläge für Inputs oder Workshops zu geben!

Um das Netzwerktreffen im Sommer 2020 planen zu können, würden wir uns sehr freuen, wenn Ihr uns Bescheid gebt, falls Ihr an einem Treffen interessiert seid!

Was würde euch bei so einem Treffen interessieren? Sind es historische Hintergründe, Berichte von ehemaligen Vertragsarbeiter*innen, aktuelle politische Entwicklungen oder persönliche Erfahrungsberichte? Welche Themen sollen im Fokus eines solchen Treffens stehen?

Wenn ihr Ideen und Vorschläge habt, her damit! Ansonsten einfach kurz euren Namen und Wohnort an: 2ndgeneration(at)mail.de

Mit herzlichen Grüßen

von Antonia Friedrich (Auf der Suche nach ihrem Vater, einem ehemaligen mosambikanischen Vertragsarbeiter), David-Simon Groß (ehemaliger Freiwilliger in Mosambik, Vorstandsmitglied vom Koordinierungskreis Mosambik e.V.), Brenda Akele Jorde (Dokumentarfilmerin mit Erfahrung in Mosambik) und Malte Wandel (Fotograf und Autor des Buches “Einheit. Arbeit. Wachsamkeit. – Die DDR in Mosambik”)

Video Solikampagne IDAI

Nach dem Zyklon Idai hatten wir an dieser Stelle auf verschiedene Unterstützungskampagnen hingewiesen. Bei Youtube gibt es nun eine Dokumentation der Solidaritätskampagne „Mexeu com uma, mexeu com todas!“ vom Frauennetzwerk GMPIS: https://youtu.be/IXnj0iWRzPk

Mosambik Rundbrief 99

Der neue Mosambik Rundbrief ist erschienen! Die Beiträge im Schwerpunkt „Quo vadis?“ widmen sich der Analyse aktueller Ereignisse und Entwicklungen. Die Themen sind u.a. die vergangenen Wahlen, die Erdgasfunde in Cabo Delgado, die Schuldenkrise und der Wiederaufbau nach den Zyklonen.

Das Inhaltsverzeichnis und weitere Infos gibt es hier.

Der Schwerpunkt ist als Dossier gestaltet und kann hier heruntergeladen werden.