Mosambik Rundbrief 103
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Sozialen Wandel gestalten
Nach aktuellen Erhebungen für die Jahre 2019/20 wird die Kluft zwischen Arm und Reich in Mosambik immer größer. Die detaillierte Ermittlung zu privaten Haushaltsausgaben (Inquérito sobre Orçamento Familiar, IOF) wird alle fünf Jahre vom Nationalen Institut für Statistik (INE) durchgeführt und zeigt, dass die durchschnittlichen Ausgaben der Familien in fünf Jahren um 17 Prozent gesunken sind. 75 Prozent der Mosambikaner*innen leben von weniger als einem US-Dollar pro Tag, mehr als 90 Prozent liegen unter der internationalen Armutsgrenze der Weltbank (1,90 US-Dollar/ Tag). Zudem wird die enorme Ungleichheit deutlich: Auf die ärmsten 50 Prozent der Bevölkerung entfallen lediglich 14,7 Prozent, auf die reichsten 10 Prozent der Bevölkerung hingegen 43,1 Prozent der Gesamtausgaben der Familien.
Es gibt aber auch Hoffnungszeichen und es regt sich Widerstand: Menschen organisieren sich in Netzwerken, Verbänden und Vereinen. Sie setzen sich für die Gestaltung einer gerechteren und sozialeren Gesellschaft ein und fordern mehr Teilhabe. Die Zivilgesellschaft kämpft gegen ökonomische Ungerechtigkeit, für stärkere politische Beteiligung, gegen rechtliche Unterdrückung und für kulturelle Anerkennung.
Im Schwerpunkt des Heftes kommen Initiativen und Menschen zu Wort, die sich für eine soziale und nachhaltige Entwicklung der Gesellschaft einsetzen. Die Beiträge handeln von der Transformationskraft der Musik, von kreativen Protestformen, von innovativen Modellen die mosambikanische Jugend im ganzen Land zu stärken und ihnen mehr Gehör zu verschaffen oder auch von einem Projekt, dass die Bilder von marginalisierten Stadtvierteln in Maputo verändern möchte, um deren Vielfalt zu zeigen. Damit bildet der Schwerpunkt einige der vielen Mosambikaner*innen ab, die tagtäglich für eine inklusive, gerechte und lebenswerte Gesellschaft kämpfen.
Wir wünschen eine anregende Lektüre
Inhalt der Ausgabe
Editorial
Aktuelles
In Kürze
Dossier
- Sozialen Wandel gestalten
- Aufgeben keine Option: Eindrücke vom Herbstseminar in Bielefeld (29. bis 31.10.2021)
- Bewegung von unten. Stärkung der Jugend
- Musik für den Wandel: Gesellschaftliche Transformation durch Protestsongs
- Herz in Flammen: Gespräch mit Serati Maseko zum Thema Kunst und Aktivismus
- Grüne Visionen: Im Gespräch mit Bruno Gomes, Jurist und Umweltaktivist aus Maputo
- Internet und Politik: Wie sieht die Beteiligung von Jugendlichen aus?
- Frau für die Zukunft. Bekannt für Kampagnen: Cídia Chissungo
- Chamanculo é Vida: Selbst- und Fremdwahrnehmung der Randbezirke Maputos
- Frauen protestieren! Interview mit der feministischen Anthropologin Kátia Taela
- Nicht sofort: Ein Erfahrungsbericht aus Canda, Gorongosa
Solidarität
Kultur
Galerie
Post aus Mosambik
Über das Titelbild
Ein Foto von David-Simon Groß