Mosambik Rundbrief 108

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Migration

Es steht eine spannende Zeit in Mosambik bevor: Wahlen im Oktober, 50-jähriges Jubiläum der Unabhängigkeit von Portugal im nächsten Jahr, um nur zwei große Ereignisse zu nennen. Eine Zeit des Wandels und der Reflexion? Man könnte es meinen, aber vielleicht bleibt auch alles beim Alten. Für Stefan Ehlert, der in seinem Artikel die Präsidentschaftskandidaten (ausschließlich Männer) vorstellt, ist klar: die Frelimo bleibt. Nyusi wird von seinem Kollegen Chapo abgelöst, was zu großen Unruhen im Land führen könnte. 50 Jahre unabhängiges Mosambik heißt dann wohl 50 Jahre Frelimo. Das Land tendiert zur Autokratie, das ist seit fünf Jahren klar – auch für Fredson Guilengue.

Viele Mosambikaner*innen machen sich auf den Weg. Raus aus Mosambik scheint die einzige Lösung. Anknüpfend an den Mosambik Rundbrief 106 (zum Schwerpunkt „Mobilität“), befasst sich dieser Rundbrief mit dem Thema Migration. Für die meisten mosambikanischen Migrant*innen geht es nach Südafrika. Das reichste Land im südlichen Afrika verspricht Besserung – die Realität sieht häufig anders aus. Rainer Tump zeigt in seinem Artikel „Jobsuche in Südafrika“ einige Schwierigkeiten auf, die den Mosambikaner*innen in Südafrika begegnen. Armando Tonela arbeitet direkt in Ressano Garcia, dem wichtigsten Grenzposten mit Südafrika, mit jungen Migrant*innen und berichtet von deren Situation im Artikel „Traum von Südafrika“.

Aber wir wollen natürlich auch schöne Geschichten aufzeigen: Im Interview erzählt uns der Nationalspieler Stanley Ratifo vom Fußball und der Musik. Er erklärt, warum für ihn immer klar war, dass er für Mosambik und nicht für Deutschland spielen möchte.

Die zweite Hälfte des Schwerpunkts beleuchtet deutsch-mosambikanische Beziehungen auf vielfältige Art und Weise. Zunächst berichten weltwärts-Freiwillige des Welthaus Bielefeld e.V. von prägenden Erlebnissen in Mosambik und Südafrika. Francisca Raposo kam sehr jung in die DDR. In ihrem Buch „Von Mosambik in die DDR“ und im Interview mit Julia Oelkers erzählt sie von diesem prägenden Lebensabschnitt. Zuletzt geht es um deutsch-mosambikanische Beziehungen – über 45 Jahre hinweg. Stélio Guibunda unterhielt sich hierfür mit verschiedenen Akteur*innen in Maputo.

Wir wünschen eine anregende Lektüre

Über das Titelbild

Das Foto auf dem Titel der Ausgabe 108 stammt von David-Simon Groß, Kameramann und Vorstandsmitglied des KKM. Das Bild entstand bei einem Fotoshooting mit Ana Raquel Machava in Frankfurt am Main. Das aktuelle Projekt der mosambikanischen Architekt*in und Kurator*in wird auf der Galerieseite des Mosambik Rundbrief vorgestellt.