Brücken bauen

Tabea Behnisch gibt die Geschäftsführung des KKM ab

Brückenbauerin war nicht Tabeas Berufswunsch als sie 2009 ihr Studium der Sozial- und Lateinamerikawissenschaften abschloss. Und trotzdem ist sie genau das geworden und hat diesen Beruf dreizehn Jahre lang mit Leidenschaft und Freude ausgeübt.

Von Andrea Queiroz de Souza

Porträt von Tabea Behnisch
Tabea Behnisch (Foto: David Groß)

Allerdings handelte es sich nicht um Holz-, Stein- oder Stahlbrücken über Flüsse oder Schluchten. Die Brücken, an denen Tabea mit baute, waren Austauschbrücken zwischen Mosambik und Deutschland. Länger als jede andere Geschäftsführer*in vor ihr hat Tabea die Fäden im KKM zusammengehalten und die Arbeit der vielen ehrenamtlich Aktiven koordiniert. Sie hat Menschen motiviert mitzumachen und sich einzubringen. Sie hat es geschafft, über alle Höhen und Tiefen hinweg den KKM bunt und lebendig zu gestalten und als ein Austauschforum für Mosambik-Interessierte und eine engagierte Stimme für Mosambik in Deutschland laufend weiterzuentwickeln.

Solidarisches Engagement für Mosambik wurde Tabea von ihren Eltern vorgelebt. Margret und Helmut Behnisch begannen schon vor fast zwanzig Jahren, sich in einer kirchlichen Gemeindepartnerschaft zwischen Lage in Ostwestfalen und Cambine in Inhambane zu engagieren. Im Jahr 2004 besuchte Tabea im Rahmen eines Workcamps Cambine und begeisterte sich für die Menschen und das Land. Früh engagierte Tabea sich ehrenamtlich, sowohl bei FIAN als auch im KKM. Ob in der Betreuung des KKM-Stands auf den Kirchentagen, in der KKM-Vorstandsarbeit oder in Prozessen der Leitbildentwicklung, Tabea wuchs immer mehr in den KKM hinein. So war es naheliegend, ihr gegen Ende ihres Studiums die Geschäftsführung anzutragen.

Mit Tabea hat der KKM es geschafft, auf junge Mosambik-Interessierte zuzugehen. In Kooperation mit dem Welthaus Bielefeld hat sich der KKM an der Auswahl, Vorbereitung und Betreuung der Weltwärts-Freiwilligen in Mosambik beteiligt. Auch die Weltwärts-Freiwilligen aus Mosambik, die in Deutschland ein freiwilliges Jahr leisten, finden im KKM eine Anlaufstelle. Über die „Ida e Volta“-Seminare bietet der KKM ehemaligen Freiwilligen eine Plattform für Treffen und weiteres Engagement. Dadurch gesellen sich jüngere Engagierte zu den „altgedienten“ Mosambik-Solidaritäts-Bewegten und es entsteht diese einzigartige KKM-Familie, die jährlich auf den Herbstseminaren besonders schön spürbar wird. Tabea hat neue Formate entwickelt, wie den Podcast und Online-Veranstaltungen, die Informationen anders vermitteln.

Ein Vorstandsmitglied sagte: „Tabea trägt den KKM und die Menschen, die damit in Verbindung stehen, in ihrem Herzen – das merkt man“. Von mehreren Seiten wurde geäußert: „Tabea und der KKM sind so sehr eine Einheit, dass es mir sehr schwerfällt, mir vorzustellen, dass sie schon ganz bald nicht mehr die Zügel in der Hand hält. Sie hat durch ihre liebe und verbindende Art den KKM in all den Jahren zusammengehalten. Ich hoffe sehr, dass Tabea auch weiterhin dem KKM eng verbunden bleibt“.

Die Chancen für Letzteres stehen gut. Vom KKM kommt man nicht so leicht los. Vier der fünf ehemaligen KKM-Geschäftsführer*innen engagieren sich bis heute im KKM, entweder über den Vorstand (Petra Aschoff), die Rundbrief-Redaktion (Rainer Tump und ich) oder über breites Engagement bei der politischen Positionierung und strategischen Beratung des Vereins (Michael Hagedorn). Auch Tabea hat bereits angekündigt, dass sie auch zukünftig weiter im KKM aktiv bleiben wird. Von daher möchte ich mich hier von Tabea als Geschäftsführerin verabschieden und mich bei ihr für alles bedanken was sie in den KKM eingebracht hat. Bedanken für die tolle Arbeit und für das, was sie aus dem KKM gemacht hat. Und gleichzeitig freue ich mich riesig, sie als Verstärkung der Rundbrief-Redaktion begrüßen zu dürfen.

Andrea Queiroz de Souza ist freiberufliche Beraterin in der Entwicklungszusammenarbeit und Teil der Rundbrief-Redaktion. Sie war von 2003 bis 2008 Geschäftsführerin des KKM.

Dieser Artikel erschien im Mosambik Rundbrief 104.

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